artefactory - freie bildende und darstellende kunst -andreas klußmann

artefactory -

freie bildende und

darstellende kunst

Andreas Klußmann

Saarbrücken

 

tel.: 0681-94 58 95 84

artefactory@gmx.net

 

 

 

 

... diese Webseite liken:

... artefactory auf Facebook:

gedichte 2013 (Auswahl)

dernière

 

Der vorhang fällt

zum letzten mal

was vorher trieb

was leben war

was in den tagen

stunden war

nun aus

vorbei

erinnerung

der vorhang fällt

zum letzten mal

das stück ist aus

vorbei.

 

andreas klußmann

XI/2013

nachgeschmack

Dem anfang wohnt
ein ende inne

was heiter war
nun schatten trägt
was hell
und strahlend
schien
was ehrlich
war
hat blässe nun
wirkt schal
und fahl.

 

andreas klußmann

IX/2013

in könig midas reich

In könig midas reich
ist alles gold was glänzt
in könig midas reich
armer könig midas
bist hungrig
und wirst nicht satt

in könig midas reich
sind türme hoch und steil
in könig midas reich
armer könig midas

in könig midas reich
geht die sonne nicht unter
in könig midas reich
bist hungrig du
und wirst nicht satt

in könig midas reich
sind frauen schön
und männer mächtig
in könig midas reich
wirst nicht satt
armer könig

in könig midas reich
steigen die kurse
knallen die korken
in könig midas reich
bist hungrig du
bist hungrig

in könig midas reich
wirst du nicht satt
in könig midas reich
armer könig
armer könig
du.

andreas klußmann

VI/2013

sommer in der stadt

Er schleicht
als gern gesehener gast
um frisch gepflanzte blumentöpfe
läßt sprießen
blühen
wachsen
nur die röcke nicht
die dunkle brille schützt
vor grellem licht
und kecken blicken
ein tropfen
rinnt mir
langsam
ins gesicht.

andreas klußmann

VI / 2013

und wir

Lügen tragen kashmir
im rampenlicht
im abendprogramm
werfen mit zahlen und fakten
schlagen mit statistiken
argumente klein

und wir
stimmvieh und steuerzahler
schauen zu und bleiben dumm

schwere limousinen
rauschen durch die nacht
abgeschirmt hinter
schwarzen scheiben
fällt kein blick auf die anderen

und wir
steuerzahler und stimmvieh
schauen hin und schauen weg

reichtum schafft macht
und gewalt ist gut versteckt
graue herren blicken scharf nur
taxieren noch
die hand am abzug

und wir
wahlvolk und kleinsparer
tragen unsere groschen zur bank
und die stimme zu markte.

andreas klußmann

VI / 2013

hinterbühne

Stimmen murmeln
um die wette
bühnenfetzen umwehen
leis
durchbrechen die stille
ein blick zur uhr noch
nur eine arie
und dann
heraus
heraus
...!

andreas klußmann

V/2013

zwanzig minuten pause auf der Hauptbühne

 

Pause
 auf

der hauptbühne

stille in den gängen

in der kantine

herrscht hochbetrieb

wie auf dem bahnhof

doch im

bahnhof (*)

ist ruh'.

 

andreas klußmann

II/2013

 

[* ... als "Bahnhof" wird im Saarländischen Staatstheater ein Durchgangs- und Aufenthaltsraum vor der Bühne genannt, in dem die Künstler oft auf ihren Auftritt warten; auch beliebter Treff- oder Versammlungsort.]

theater

 

Bretter die

die welt ...

geschützt nur

durch

ein tuch

von der ...

ein ganzer

kosmos

ein zeitalter

auf

zwanzig meter

holz

die landschaft

nur kulisse

doch ... .

 

andreas klußmann

II/2013

nächtliche fahrt

 

Stumme lichter schweigen

eine stille landschaft

eine verzweifelte reihe

...

eine straße

 

traurig einzeln

...

ein haus?

 

nur kalte leuchtreklamen

schreien

STADT!

 

andreas klußmann

II/2013

zugfahrt im rheintal

 

Einem film gleich

zieht es vorbei

das graue band

schiebt sich durch die landschaft

- land unter im paradies

und ist auch nur

weg und zeit

im wandel

im fluss

und ein stehter begleiter

grüne lichter grüßen

flussauf

und rote huschen flussab

und

über allem wacht die geschichte.

 

andreas klußmann

II/2013

frage

 

Die bild-zeitung titelt

"sind hormone gefährlich?"

...

eigentlich nein

in der liebe

ja.

 

andreas klußmann

II/2013

reisen

 

Die landschaft rauscht

und

bäume schieben sich

an dir vorbei

ein fenster

ein blick

in fremde leben

unangenehm berührt

und vergessen

behend eilst du

die räder rollen

und ein gedanke nur

nach hause.

 

andreas klußmann

I/2013

zehn jahre

 

Zehn jahre ruhte die feder

gestanzte worte nur

in reih' und glied

zehn jahre

kopfgeburten

fakten

fakten

fakten

und immer an die

noten denken

zehn jahre schweigen

und jetzt

...!

(sprich mein herz)

 

andreas klußmann

I/2013